Interview zu „Des Teufels Mörder“

Das Interview – mein erstes überhaupt – habe ich Anfang 2015 dem Onlinebuchhändler Kobo – bzw. dem Verlag Dotbooks – anlässlich der Erstveröffentlichung von „Des Teufels Mörder“ gegeben. Da es bei Kobo nicht mehr zu finden ist und auch ein wenig gekürzt war (hier die Version von Kobo), stelle ich es hier noch einmal komplett ein.

Warum schreiben Sie – und warum haben Sie DES TEUFELS MÖRDER geschrieben?
Das Buch zu schreiben war eine Art sportliche Herausforderung. Schaffe ich so etwas? Ich hatte zwar schon immer recht viel geschrieben, allerdings keine Erzählungen. Ein paar Romananfänge in meiner Jugend, ein paar Kurzgeschichten; insgesamt kaum mehr als 60 Seiten. Aber der Wunsch, da mal etwas Größeres zu machen, war schon immer da. Und vor ein paar Jahren habe ich mir gedacht: „Wenn Du es jetzt nicht machst, machst du es nie.“ Erst während des Schreibens habe ich dann gemerkt, dass das eine richtig spaßige Sache ist.

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Roman gekommen? Was hat Sie zu DES TEUFELS MÖRDER inspiriert?
Tatsächlich liegt der Ursprung in einem Rollenspielabenteuer, das ich irgendwann um das Jahr 2000 herum für meine Dungeons-&-Dragons-Gruppe geschrieben habe. Freilich hat sich im Laufe der Zeit eine Menge geändert: Das Original war eine Fantasygeschichte in einem Küstendörfchen. Die Fantasyelemente sind beispielsweise rausgeflogen, da ich, als ich anfing zu schreiben, keine Lust auf Fantasy hatte, aus dem Küstendörfchen wurde ein Mittelgebirgsdörfchen, weil ich die Geschichte lieber an einem Ort ansiedeln wollte, zu dem ich einen engeren Bezug habe. Außerdem habe ich die Handlung aus einer mittelalterlichen Welt ins 19. Jahrhundert verlegt, weil ein großes Thema des Buchs das Aufeinandertreffen von Aberglaube und Vernunft ist, der meiner Meinung nach gut zu dieser Zeit passt.

Wie bereiten Sie sich auf das Schreiben eines Buches vor, wie recherchieren Sie?
Da „Des Teufels Mörder“ mein erstes Buch ist, hat sich da noch kein Muster ausgebildet. An dieses Buch bin ich – abgesehen davon, dass die Geschichte ja schon feststand – relativ unvorbereitet herangegangen. Klassisches Learning by Doing. Für den Roman, an dem ich gerade schreibe, habe ich die Handlung vorher recht detailliert ausgearbeitet und mir ein kleines Exposé mit Hintergrundinfos, Figurenbeschreibung und solchen Dingen zusammengestellt, an dem ich mich orientieren kann. Da ist aber auch nichts in Stein gemeißelt ist. Und für eine Buchreihe, die ich in ein paar Jahren schreiben möchte, sammle ich gerade fleißig Ideen und Material in einem dicken Ordner. Man kann also sagen, dass ich mich so langsam an eine professionellere Herangehensweise herantaste.

Welche Figur aus DES TEUFELS MÖRDER würden Sie gerne einmal im realen Leben treffen – und welche überhaupt nicht?
Ich denke, Vincent wäre eine interessante Bekanntschaft. Im Buch taucht er erst relativ spät auf, was eigentlich schade ist, denn es hat Spaß gemacht, diese Figur mit ihrem Witz, ihrem Charme und ihrer Verwegenheit zu schreiben. Auf Hermann Althoff könnte ich hingegen verzichten. Der hat eine arrogante Art an sich, die durch seine Leistungen nicht gerechtfertigt wird. Solche Leute braucht kein Mensch. Sie zu schreiben, ist allerdings ein Vergnügen.

Haben Sie in Ihrem Buch einen Lieblingssatz, gibt es eine Szene, auf die Sie besonders stolz sind?
Das ist total schwierig zu beantworten. Wenn man so lange an einem Text gearbeitet hat, entwickeln sich viele Stellen zu Lieblingsstellen. Ich mag zum Beispiel den actionreichen Showdown mit seinem hohen Erzähltempo und den schnellen Wechseln zwischen zwei parallelen Handlungssträngen, aber auch die Gespräche zwischen Ella und Everd finde ich oft sehr unterhaltsam, egal ob sie eher humorvoll oder eher emotional sind.



Comments are closed.